Das biologische Wunder



Alles begann damit, dass unsere Eltern eine Reise nach Spanien gebucht hatten und uns zum ersten Mal für zwei Wochen alleine zu Hause lassen wollten. Zu diesem Zeitpunkt war ich 14, meine Schwester 12 Jahre alt. Natürlich machten sich unsere Eltern große Sorgen dass irgendetwas schief gehen könnte. Besonders besorgt waren sie was unseren Schäferhund Charlie betraf. "Lasst mir den Kleinen bloß nicht aus den Augen!" ermahnte Papa uns immer wieder. "Ja, ja! Viel Spaß im Urlaub." antworteten wir genervt. Und dann endlich, nach stundenlangem Kofferpacken, stiegen Mama und Papa gestresst in ein Taxi und fuhren ihrem Urlaub entgegen. Wir seufzten erleichtert, ließen uns auf die Couch fallen und machten die Glotze an. In dieser Position wollten wir erst einmal für die nächsten Sunden bleiben. Es war herrlich, niemand der einem sagte was zu tun war. Schlafen bis Nachmittag, Tiefkühlpizza und Fast Food, Fernsehen so viel wir wollten! Ja, wir hatten vor, das Leben in den nächsten zwei Wochen in vollen Zügen zu genießen! Doch schon eine halbe Stunde später wurden wir in unserem Frieden gestört. Charlie fing an uns zu nerven. "Ich glaube der muss mal", sagte meine Schwester, "du solltest mit ihm Gassi gehen!" "Warum denn ich?" reagierte ich aufgebracht, "wieso denn nicht du? Also, ich gehe auf keinen Fall! Ich bin älter als du, ich hab jetzt das Sagen! Du gehst!" "Du kannst mir gar nichts befehlen!" tobte meine Schwester. So ging es dann eine Weile hin und her. Schließlich einigten wir uns darauf, Charlie einfach in den Garten zu lassen. Von dem Köter wollten wir uns unsere Zeit jedenfalls nicht vermiesen lassen. Nachdem wir unser erstes Problem so gut gelöst hatten, kehrte auch schnell wieder Ruhe ein. Es war wie im Himmel. Wir vermissten unsere Eltern kein Stück!

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